Sonntag, 4. März 2007

"comment israel en est arrivé là"

auszug aus le monde diplomatique:

Le système éducatif a, quant à lui, donné la priorité à des questions telles que l’allégeance à l’Etat, le conflit israélo-arabe, l’antisémitisme et le service militaire. Sous la mince couverture des manuels d’éducation civique, supposés inculquer aux jeunes générations les principes d’égalité et de démocratie, se cachaient des pages bourrées de stéréotypes. Jusque dans les années 1980, la littérature pour enfants décrivait les Arabes comme des êtres inférieurs, dépourvus d’identité nationale et assoiffés de sang juif. Il en allait de même des livres scolaires.

Ces représentations des Arabes, tout comme la vision négative des goyim – les non-Juifs – ou l’expression d’un fort ethnocentrisme, ont représenté des étapes importantes dans la formation du sentiment d’« état de siège » éprouvé par les Israéliens : ceux-ci ont toujours considéré le peuple juif comme une victime des autres nations. Cette perception est d’autant plus forte que les Juifs se représentent leur histoire, notamment leurs deux mille ans de diaspora, comme une suite de persécutions de la part des peuples parmi lesquels ils vivaient.

De cette démonstration, la Shoah constitue évidemment l’apogée. Chaque année, de nombreux établissements scolaires invitent leurs élèves, garçons et filles, à faire un pèlerinage dans les camps d’extermination de Pologne. Ces voyages attisent chez les élèves un fort sentiment d’angoisse et contribuent à renforcer leur perception des Juifs comme victimes. En revanche, leur manque de maturité empêche ces jeunes de tirer du génocide des leçons plus complexes, qui pourraient guider leur vie et notamment leur attitude par rapport à l’occupation, qu’ils s’apprêtent à défendre pendant leur service militaire. Ils reviennent généralement avec des messages simplistes du genre « plus jamais ça » – autrement dit : « Pour empêcher une nouvelle catastrophe, nous devons être forts. » Et beaucoup d’entre eux retiennent seulement de leur visite à Auschwitz que le génocide nazi et plus généralement l’histoire de l’antisémitisme donnent aux Israéliens des droits particuliers, dont celui de porter atteinte aux droits fondamentaux de leurs voisins tout en jouissant d’une immunité totale contre la critique.


sowie die erwähnung eines weiteren problems, dass diskursiv so gut wie nie eine rolle zu spielen scheint im "israelo"-"palästinenser"-konflikt: die annahme für beide, und gerade auch für die israelische seite, es handele sich um irgendwie 'homogene' gruppen, die aber eben zumindest auf letzterer kaum disparater sein könnte:

Ce n’est pas un hasard si M. Lieberman fait partie de ces Juifs qui ont grandi en URSS avant de rejoindre Israël et s’il jouit d’un soutien considérable dans cette immigration. Plus d’un million de Soviétiques ont émigré vers la « terre promise » depuis les années 1970 et surtout 1990 : ils n’ont, pour la plupart, aucune expérience de la démocratie occidentale ni aucune connaissance du conflit israélo-arabe. Ils se sont donc révélés particulièrement perméables au message violent des forces de droite, au point de rêver d’un homme fort pour « remettre de l’ordre » en Israël. La presse en langue russe, qui développe une propagande incessante contre les Arabes et la gauche, contribue fortement à renforcer ce type d’opinion. Mais les valeurs de la démocratie sont également étrangères aux juifs orthodoxes comme aux religieux de la droite nationaliste, qui regroupent désormais environ un quart de la population israélienne – une proportion appelée à augmenter, vu leur taux de natalité trois fois supérieur à la moyenne nationale.



preussische bulettenbude mit schminke

" Ronald McDonald hat den offiziellen Titel des „Hauptverantwortlichen für Fröhlichkeit“ (Chief Happiness Officer) der Fast-Food-Kette inne. "

Samstag, 3. März 2007

"Queer" As A Tool Of Colonial Oppression: The Case Of Israel/Palestine

den gesamten vortrag von blair kuntz, letztes jahr bei einer bilgi universitätskonferenz kennen gelernt, gibt es hier: das "freie westliche israel" und das "rückständige palästina". an den vortrag musste ich auch letzte woche beim bubble-sehen wieder denken.
überhaupt eine insgesamt interessante seite.
eine meiner ersten anlaufstellen in berlin wird wohl die sein...

mir reichts.

ich hab das jetzt satt. dass erwachsene maenner, so alt wie ich, sich noch immer wie kleine kinder, besser noch: wie verbrecher auf der flucht aufführen müssen, sobald das thema militaerdienst aufkommt. dass das wie eine schwarze wolke ist, die man immer mal wieder für fünf minuten wegzupusten imstande ist, die aber nicht geht. die es einem nicht ermöglicht, eine eigene, freie entscheidung zu treffen: verstecke ich mich weiter mit allen möglichen ausweichgründen - passiv? oder gehe ich am ende nicht doch hin, damit endlich ruhe ist - aktiv? oder bringe ich tatsaechlich all den mut auf, alle meine gründe gegen militaerdienst zu sammeln und verweigere - am alleraktivsten, am allerschwierigsten, am allerriskantesten? und schliesse ich mich dann einer aktiven, aber sehr, sehr kleinen antikriegsbewegung an und vertraue der?
ich habs auch satt, dieses thema immer wieder aufzubringen als jemand, für den die verweigerung eine reine formalitaet war. so als waere die entscheidung doch eigentlich eine leichte.

das ist also mal ein wichtiges thema. in d-land zum beispiel gibt es connection e.v., wie ich jetzt entdeckte, die auch für türkische/kurdische verweigerer arbeiten. die hilfe, die die leisten können, ist aber wohl leider noch viel zu wenig. tja.

Freitag, 2. März 2007

moderne menschen sind neugierig und phänomenal

ja, stimmt. ich mag das tagebuchformat, in dem sich jeder angemessen wichtig nimmt. mit fast den selben formulierungen wie jeder andere auch und nicht so großartig anderen erlebnissen. und wenn es mir jemand zum lesen hinhält, sage ich wahrscheinlich nicht nein.
und vielleicht liegt es nur daran, dass ich eigentlich gerade hier entrümpeln sollte, vielleicht daran, dass ich einen wettlauf mit der türkischen post eingegangen bin wegen meines flugtickets, was tatsächlich teuer enden kann - also vielleicht lenke ich mich mal wieder nur gehörig nervenschonend ab. aber habe mich jetzt tatsächlich ein bisschen festgelesen in "mattenjahre" - das 1996 begonnene tagebuch eines damals 16jährigen. jung, gerade aus hamburg in "die provinz" gezogen, kurz davor richtig schwul zu werden und sein glück im ringkampf zu finden.
interessant auch: selbt wenn dieses tagebuch wirklich so ganz und gar authentisch ist, wie es das vorgibt, selbst wenn es als projekt (das mittlerweile übersetzer für mehrere sprachen sucht) erst später digitalisiert wurde - so hat man doch auf keiner einzigen seite das gefühl, die texte seien tatsächlich nicht zum öffentlichen lesen gedacht gewesen.
der moderne mensch ist ein phänomenaler und journaux 'intimes' waren ja schon bei gide selbst nicht ganz ernst zu nehmen als etikett.

(jetzt aber schluss: das ticketproblem ist gelöst, und zwar indem es an einem völlig anderen teil der stadt auftauchte - wer topkapi kennt, nicht den palast, sondern die "no go area"...)

wahr und gut und wäre auch schön so.


Weinsteins keep sight of Mirage
New pact includes remake of 'Lives of Others':

"We would just desperately love for that film to be something that reaches more people (via remake)," Pollack said by telephone Wednesday. --- und zwar zu variety, nach deren bericht ein remake, ein aufguss, schon vertraglich so gut wie unter dach und fach zu sein scheint.
für alle, die immer noch an das wahre und deshalb auch ganz schöne glauben, auch in der kultur. wieso muss man etwas gut gemachtem helfen, indem man es nochmal macht, nur anders? das scheint ja für viele tatsächlich eine ganz einleuchtende logik zu sein.
sagte ein freund vor dem kinobesuch zum original, das wird doch bestimmt ganz plumper antikommunismus - und sagte es danach nicht mehr. und das lag eben daran, dass er so war, wie er war. das scheint manchen nicht zu 'reichen'...

la schtrada

hurra.

nach einem hazavuzukonzert mit wummerndem bass und einer wunderbaren frau, die kedi kedi sagte, jetzt doch gleich noch ein viel groesserer grund zur freude:


was habe ich vermisst an berlin? und hier rein raeumlich gleich eine der plausibelsten antworten:
hebbel hoch!

Donnerstag, 1. März 2007

das schlichte daran ist das gute daran

guter film guter vortrag, eigentlich auch gute diskussion, warum? weil der film so "banal" war und das war schön. vielleicht von levent fast ein bisschen überbetont, aber wenn es einen hauptpunkt neben vielen wichtigen anderen auch gab: schluss mit dem zerrissenheitsdiskurs. migration muss kein problemfall sein und tatsächlich ist sie das in einem großteil der fälle auch nicht. wer etwas aufwühlendes erwartet hatte, wird vielleicht gelangweilt gewesen sein...

blauer hafen

für lange zeit eben das letzte mal mit dem schiff von den inseln auf die stadt zu gekommen, die sonne wusste das und strahlte in ihrem klarsten hellweiss durch die schnellen wolken nur für mich, damit ich noch mehr schlucken musste.
dabei ist noch gar nichts entschieden, da ich jetzt tatsaechlich seit über einer woche auf ein klassisches papierflugticket warte, von dem jeder auf jeder poststelle nichts zu wissen vorgibt, und die örtliche anlaufstelle der luftlinie will natürlich so leicht auch nicht einfach im nachhinein auf ein e-billett umstellen: da sehen sie mal selbst, wie sie klar kommen. auch das schicksal meint es also gut mit einem und laesst durch kontinuierliche adrenalinausschüttung gar keine zeit für jedwede melancholieaufwallung. waehrenddessen schickt ein junger mir unbekannter mann, der damit um die freundschaft von unbekannten wirbt, mir ins hiesige internetcafé unanstaendige videoclips und dabei warte ich doch nur auf den gleich gegenüber beginnenden vortrag des zukünftigen professors und den film über frauen, die nach deutschland eingereist sind, was mich insgesamt gerade viel mehr interessiert.